{"id":1761,"date":"2018-07-13T18:44:33","date_gmt":"2018-07-13T16:44:33","guid":{"rendered":"https:\/\/unexplainable-world.com\/?p=1761"},"modified":"2023-09-15T15:57:12","modified_gmt":"2023-09-15T13:57:12","slug":"die-madagascar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unexplainable-world.com\/de\/die-madagascar\/","title":{"rendered":"Die Madagascar \u2013 Welches Schicksal ereilte das viktorianische Goldschiff?"},"content":{"rendered":"\n<p id=\"paragraph-c0a896a\" class=\"paragraph-c466b68\"><span style=\"font-weight: 400;\">Seit \u00fcber 150 Jahren ist das Schicksal der <\/span><strong><i>Madagascar<\/i><\/strong><span style=\"font-weight: 400;\">, einer britischen <strong>Dreimast-Blackwall-Fregatte<\/strong>, ungekl\u00e4rt. Ger\u00fcchte zur damaligen Zeit rankten sich um alle m\u00f6glichen Szenarien. Fiel die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">einem Sturm zum Opfer? Sank ein Eisberg die Fregatte bei dem Versuch das chilenische Kap Hoorn zu umfahren? Oder \u00fcberfielen Piraten das reichbeladene Schiff? Auch eine Meuterei der Crew, der sich einige Passagiere anschlossen, war ein beliebtes Ger\u00fccht.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-cc7380f\" class=\"paragraph-c54e6a7\"><span style=\"font-weight: 400;\">Die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> wurde 1837 in der Blackwall Werft in London f\u00fcr die Familie Green gebaut. Bis 1852 transportierte die Fregatte Passagiere und Seekadetten, die zu Offizieren ausgebildet wurden, von England nach Indien. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c1d1e17\" class=\"paragraph-c0e176e\"><span style=\"font-weight: 400;\">1853, zur Zeit des ersten <strong>australischen Goldrausches<\/strong>, bef\u00f6rderte sie dann englische Emigranten, auf der Suche nach ihrem Gl\u00fcck, zum australischen Kontinent. Da sie eine schnelle Fregatte war, wurde ihr die Aufgabe anvertraut, Gold bei der Bank of England abzuliefern. Nicht nur der Sinn und Zweck der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, sondern auch der Kapit\u00e4n war ein Neuer. Es \u00fcbernahm der Anfang 30-j\u00e4hrige <strong>Fortescue William Harris<\/strong>.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c6dae5d\" class=\"paragraph-c131736\"><span style=\"font-weight: 400;\">Am 10. Juni 1853 lief das Schiff in den Hafen von Melbourne ein. 14 der 60 Mann starken Besatzung erlagen der Versuchung und schlossen sich dem Goldrausch an. Kapit\u00e4n Harris hatte Probleme, neue Besatzungsmitglieder zu finden und konnte lediglich 3 neue M\u00e4nner anheuern. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-cc4559d\" class=\"paragraph-c77b916\"><span style=\"font-weight: 400;\">Am 10. August 1853 sollte sich die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> auf den Weg zur\u00fcck nach London begeben. An Bord waren 110 Passagiere und verschiedene Frachtg\u00fcter; darunter Wolle, Reis und 2 Tonnen Goldstaub mit einem damaligen Wert von <strong>\u00a3240.000<\/strong> (heute umgerechnet fast <strong>30.000.000 \u20ac<\/strong> ).<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c9466db\" class=\"paragraph-c9de594\"><span style=\"font-weight: 400;\">Doch die Abfahrt verz\u00f6gerte sich um zwei Tage. Die Polizei kam an Bord und verhaftete den <strong>Bushranger John Francis<\/strong>. Als Bushranger wurden im 18. und 19. Jahrhundert <strong>australische Gesetzlose<\/strong> bezeichnet, deren R\u00fcckzugsgebiet die unwirtliche Buschlandschaft war.<\/span><\/p>\n\n\n\n<div id=\"div-c3e43c9\" class=\"div-c7d4d10 iframe-left\">\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/c4ZogMKWOx4\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c893890\" class=\"paragraph-c78ba5c\">Kurze Einleitung zu den Bushrangern<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-cf09502\" class=\"paragraph-c308c53\"><span style=\"font-weight: 400;\">Am darauffolgenden Tag wurden zwei weitere M\u00e4nner \u2013 ebenfalls Bushranger \u2013 festgenommen. Die drei M\u00e4nner wurden beschuldigt, an dem <strong>McIvor-Gold\u00fcberfall<\/strong> beteiligt gewesen zu sein.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c104f3f\" class=\"paragraph-cf53e8b\"><span style=\"font-weight: 400;\">Am 12. August 1853 konnte die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> letztlich doch noch ihre Segel setzen. Sie verlie\u00df die Bucht <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Port Phillip<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> und segelte in Richtung offenes Meer. Dies war das letzte Mal, dass die Fregatte gesehen wurde.<\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><b>Der McIvor Goldraub<\/b><\/h2>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c964e05\" class=\"paragraph-cc7ce45\"><span style=\"font-weight: 400;\">In den 1850er und 1860er Jahren gab es im australischen Bundesstaat Victoria einen Goldrausch \u2013 vergleichbar mit dem in Kalifornien von 1848 bis 1854 \u2013, der dazu f\u00fchrte, dass sich die Bev\u00f6lkerung innerhalb von nur zehn Jahren verdoppelte.&nbsp;<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Der Goldraub fand einige Wochen vorher, am 20. Juli 1853, statt. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c33b9cc\" class=\"paragraph-c7776ea\"><span style=\"font-weight: 400;\">Mindestens <strong>6 Bushranger<\/strong>, angef\u00fchrt von John Grey, \u00fcberfielen eine Goldeskorte auf dem Weg vom McIvor Goldfeld nach Kyneton, wo sie sich mit einer anderen Eskorte treffen und die wertvolle Ware gemeinsam nach Melbourne bringen sollten. Die Eskorte f\u00fchrte <strong>2230 Unzen (ca. 63 kg) Gold<\/strong> und <strong>700\u00a3<\/strong> in bar mit sich. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c3ac7f2\" class=\"paragraph-c2af751\"><span style=\"font-weight: 400;\">Kurz nachdem sie den Campaspe River \u00fcberquerten, bemerkten sie einen Baumstamm, der quer \u00fcber einem besonders schmalen Teil der Stra\u00dfe lag und sie an der Weiterfahrt hinderte. In der N\u00e4he dieses Baumstammes befand sich ein Haufen zusammengelegter Zweige, der den Wachen der Eskorte aber anscheinend nicht verd\u00e4chtig vorkam, da sie ihr Augenmerk darauf legten, wie sie den wegversperrenden Baumstamm am besten beiseite r\u00e4umen k\u00f6nnten.<\/span><\/p>\n\n\n\n<div id=\"div-c7200e2\" class=\"div-cc38bb2 image-full\">\n<img decoding=\"async\" id=\"image-c0a3b31\" class=\"image-c034ec2 cc-img\" src=\"https:\/\/unexplainable-world.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/mc-ivor-diggings-july-26-1853.jpg\" srcset=\"https:\/\/unexplainable-world.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/mc-ivor-diggings-july-26-1853.jpg 750w, https:\/\/unexplainable-world.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/mc-ivor-diggings-july-26-1853-300x160.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" width=\"750\" height=\"400\" alt=\"Mc Ivor Ausgrabungen 26. Juli 1853\" loading=\"lazy\"\/>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c3b7bab\" class=\"paragraph-c0d7f77\">McIvor Ausgrabungen im Jahr 1853 |\u00a0\u00a9 Julius Hamel, Edward La Trobe Bateman, J.S. Campbell &amp; Co. lithographer \/ gemeinfrei \/ <a href=\"http:\/\/handle.slv.vic.gov.au\/10381\/294438\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">State Library of Victoria<\/a><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c3464af\" class=\"paragraph-c7bd457\"><span style=\"font-weight: 400;\">In diesem Moment der kollektiven Unachtsamkeit, schlugen die Bushranger zu. Sie sprangen hinter dem Zweighaufen hervor, er\u00f6ffneten das Feuer und noch bevor einer der M\u00e4nner der Eskorte reagieren konnte, wurden drei von ihnen durch Sch\u00fcsse verletzt. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c619119\" class=\"paragraph-ca35acd\"><span style=\"font-weight: 400;\">Die \u00fcbrigen M\u00e4nner erwiderten das Feuer, bis sie keine Munition mehr hatten und zogen sich dann zur\u00fcck, um nach Unterst\u00fctzung zu suchen. Zu dieser Zeit war ein weiterer ihrer M\u00e4nner im Kampf verwundet und ihr Zugpferd get\u00f6tet worden. Als sie mit dem lokalen Goldkommissar und einigen Soldaten an den Ort des Geschehens zur\u00fcckkehrten, fanden sie nur noch aufgebrochene Kisten vor, dessen wertvollen Inhalt die R\u00e4uber offensichtlich entwendet hatten.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c076ee4\" class=\"paragraph-c01e1a2\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><b>Die Jagd nach den Verbrechern und die Angst der Bev\u00f6lkerung<\/b><\/h2>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c6c535d\" class=\"paragraph-c1cc68a\"><span style=\"font-weight: 400;\">Schnell wurde eine ausgeweitete Suche organisiert. Sogar die Goldgr\u00e4ber von den benachbarten Feldern schlossen sich dem Unterfangen an, um die Verbrecher zu finden, die ihren Besitz stahlen. Die Angst und Wut verbreitete sich innerhalb der Kolonie. Nicht nur die Eskorten in anderen Distrikten waren in Gefahr, sondern auch der Unmut auf die Anwesenheit von Ausrei\u00dfern und Ex-Str\u00e4flingen steigerte sich enorm. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c041f39\" class=\"paragraph-c2940f7\"><span style=\"font-weight: 400;\">Die Regierung setzte auf die Bushranger um John Grey ein <strong>Kopfgeld<\/strong> in H\u00f6he von<strong> 2000\u00a3<\/strong> aus. Das Unternehmen, das f\u00fcr die Goldeskorte zust\u00e4ndig war, \u00fcbernahm f\u00fcr den Verlust die Verantwortung und erh\u00f6hte den Betrag um weitere <strong>500\u00a3<\/strong>, wovon die eine H\u00e4lfte f\u00fcr die Verurteilung der R\u00e4uber und die andere H\u00e4lfte f\u00fcr die Wiederbeschaffung der gestohlenen G\u00fcter ausgesetzt wurde.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c1f0e02\" class=\"paragraph-c484deb\"><span style=\"font-weight: 400;\">Die Bushranger hatten bei dem \u00dcberfall auf die Goldeskorte Wollschals um ihren Kopf gewickelt, um eine Identifizierung zu verhindern. Bei ihrer Flucht nahmen sie ihre Verwundeten mit sich, aber lie\u00dfen zwei ihrer Pferde und \u2013 wichtiger noch \u2013 einige Zinnk\u00e4nnchen, auf denen ihre Namen standen, zur\u00fcck. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c3a6f67\" class=\"paragraph-c0b320c\"><span style=\"font-weight: 400;\">DIe Melbourner Polizei kannte nun die Namen der Bushranger. Es waren, neben ihrem Anf\u00fchrer <strong>John Grey<\/strong>, die Br\u00fcder <strong>John und George Francis<\/strong>, <strong>George Wilson<\/strong>, <strong>George Melville<\/strong> und <strong>William Atkyns<\/strong> an dem \u00dcberfall beteiligt. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-cba494b\" class=\"paragraph-ca5001b\"><span style=\"font-weight: 400;\">Drei von ihnen \u2013 namentlich John und George Francis sowie George Wilson \u2013 versuchten zusammen mit ihren Frauen nach England zu fliehen, indem sie eine \u00dcberfahrt mit der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">buchten. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c3d5626\" class=\"paragraph-c48f28a\"><span style=\"font-weight: 400;\">George Melville und seine Frau hatten sich Mauritius als ihr Fluchtziel ausgesucht. Sie buchten eine \u00dcberfahrt mit der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Collooney<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">. William Atkyns wollte sich samt Frau mit dem Dampfschiff <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Hellespont<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> nach Sydney absetzen. <\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><b>Verhaftung und Exekution<\/b><\/h2>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c94611f\" class=\"paragraph-c9574e8\"><span style=\"font-weight: 400;\">Jedoch gelang den f\u00fcnf Gesetzlosen die Flucht nicht. Am 10. August durchsuchte die Melbourner Polizei, in der Annahme, dass eine Flucht nach \u00dcbersee f\u00fcr die Gesuchten eine naheliegende Option w\u00e4re, die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">. John Francis war der Erste, der verhaftet wurde. Am darauffolgenden Tag nahm die Polizei George Wilson, ebenfalls an Bord der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, fest. Den anderen Francis-Bruder George ereilte das gleiche Schicksal, als er im Begriff war, die Fregatte zu betreten.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c09e219\" class=\"paragraph-c43ccdd\"><span style=\"font-weight: 400;\">George Francis bot der Melbourner Polizei Beweise gegen die anderen beteiligten Bushranger an. Im Gegenzug daf\u00fcr, verlangte er die Freiheit f\u00fcr seinen Bruder und sich selbst. Um gegen die anderen vier T\u00e4ter auszusagen, brachte die Polizei George Francis zur\u00fcck nach McIvor.<\/span><\/p>\n\n\n\n<div id=\"div-c1be5ec\" class=\"div-c37f8bb image-full\">\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"image-cb740b6\" class=\"image-c3c106c cc-img\" src=\"https:\/\/unexplainable-world.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/melbourne-1857-viktorianisches-zeitalter.jpg\" srcset=\"https:\/\/unexplainable-world.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/melbourne-1857-viktorianisches-zeitalter.jpg 750w, https:\/\/unexplainable-world.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/melbourne-1857-viktorianisches-zeitalter-300x160.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" width=\"750\" height=\"400\" alt=\"Melbourne 1857 Viktorianisches Zeitalter\"\/>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c430853\" class=\"paragraph-cd6d4c5\">Gt. Bourke St. in Melbourne im Jahr 1857 |\u00a0\u00a9 S. T. Gill \/ gemeinfrei \/ <a href=\"http:\/\/handle.slv.vic.gov.au\/10381\/266757 \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">State Library of Victoria<\/a><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c49d34f\" class=\"paragraph-c2476c4\"><span style=\"font-weight: 400;\">Auf dem R\u00fcckweg nach Melbourne, am 23. August, begang George Francis Selbstmord. W\u00e4hrenddessen wurden zwei weitere Komplizen, George Melville und William Atkyns, in Melbourne verhaftet. Ihr Anf\u00fchrer John Grey konnte fliehen und wurde nie wieder gesehen. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c2bb350\" class=\"paragraph-c0fe36a\"><span style=\"font-weight: 400;\">John Francis trat als Kronzeuge auf und lieferte alle n\u00f6tigen Beweise f\u00fcr eine Verurteilung seiner Komplizen. Die drei anderen Angeklagten Melville, Wilson und Atkyns wurden am 3. Oktober 1853 im Gef\u00e4ngnis <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Old Melbourne Gaol<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> geh\u00e4ngt, w\u00e4hrend die Polizei Francis und seiner Frau eine \u00dcberfahrt nach \u00dcbersee erlaubte. Man vermutet heute, dass sie sich am Kap der Guten Hoffnung niedergelassen haben.<\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><b>Was geschah mit dem verschollenen Schiff? Ein paar m\u00f6gliche Theorien zur Madagascar<\/b><\/h2>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-cb3fff7\" class=\"paragraph-c01704a\"><span style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend der Gerichtsverhandlung behaupteten die M\u00e4nner der \u00fcberfallenen Eskorte, dass an dem \u00dcberfall <strong>mehr als die sechs identifizierten T\u00e4ter beteiligt waren<\/strong>. Dies befeuerte den ohnehin schon vorhandenen Glauben in der Bev\u00f6lkerung, dass die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar&nbsp;<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">Gesetzlosen \u2013 vielleicht ja sogar bisher nicht identifizierten Beteiligten des McIvor-Gold\u00fcberfalls, die beim Durchsuchen der Fregatte den Polizisten nicht verd\u00e4chtig erschienen \u2013 zum Opfer gefallen ist. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c6bbad8\" class=\"paragraph-cfb7f6e\"><span style=\"font-weight: 400;\">Im Laufe der Zeit entwickelten sich viele Geschichten \u2013 fiktionale sowie non-fiktionale \u2013 rund um das Verschwinden der <em>Madagascar<\/em> und den McIvor-Gold\u00fcberfall. Deswegen ist es heutzutage schwer zu sagen, was genau der <em>Madagascar<\/em> widerfahren ist. Viele vermuten eine nat\u00fcrliche Ursache, wie zum Beispiel einen <strong>schweren Sturm<\/strong>, der das Schiff zum sinken brachte. Sogar die <strong>Kollision mit einem Eisberg<\/strong> wird in Betracht gezogen. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-cb95c89\" class=\"paragraph-c2000c6\"><span style=\"font-weight: 400;\">Auch ein Unfall, zum Beispiel in Form eines <strong>gro\u00dfen Feuers<\/strong>, oder sogar ein <strong>Piraten\u00fcberfall<\/strong> erscheinen einigen Hobbyforschern plausibel.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-cd95d07\" class=\"paragraph-ce04e19\"><span style=\"font-weight: 400;\">Besonders beliebt in den Erz\u00e4hlungen, die schon im 19. Jahrhundert kursierten, ist eine <strong>Meuterei der Crew<\/strong>, der sich einige zwielichtige Passagiere anschlossen. Diese Theorie vertritt auch der Amateur-Historiker <strong>Gerald Crowley<\/strong>. Nach intensiver Recherche ist er zu dem Schluss gekommen, dass Unbekannte die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> weit drau\u00dfen auf dem Pazifik kaperten, sie dann Richtung Norden man\u00f6vrierten, wo die Fregatte letztendlich auf einem <strong>franz\u00f6sisch-polynesischen Atoll<\/strong> gesunken sein soll.<\/span><\/p>\n\n\n\n<div id=\"div-c3a190d\" class=\"div-c4739cb image-left\">\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"image-c67f4d3\" class=\"image-cd9f0c3 cc-img\" src=\"https:\/\/unexplainable-world.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/anuanuraro-archipel-im-pazifischem-ozean.jpg\" srcset=\"https:\/\/unexplainable-world.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/anuanuraro-archipel-im-pazifischem-ozean.jpg 375w, https:\/\/unexplainable-world.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/anuanuraro-archipel-im-pazifischem-ozean-300x300.jpg 300w, https:\/\/unexplainable-world.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/anuanuraro-archipel-im-pazifischem-ozean-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" width=\"375\" height=\"375\" alt=\"Anuanuraro Archipel im Pazifischem Ozean\"\/>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c6de384\" class=\"paragraph-c33aa44\">Anuanuraro im Pazifischem Ozean aus der Luft |\u00a0\u00a9 NASA \/ gemeinfrei \/ <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Anuanuraro.JPG\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikimedia Commons<\/a><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c6ad362\" class=\"paragraph-c483e77\"><span style=\"font-weight: 400;\">Zu diesem Atoll, mit dem Namen <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Anuanuraro<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, das sich <strong>1500 km s\u00fcd\u00f6stlich von Tahiti<\/strong> befindet, reiste Crowley mit seinem franz\u00f6sischem Forschungspartner <strong>Albert Mata<\/strong> zwischen 1997 und 2014 mehrmals.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-cc23271\" class=\"paragraph-ca83f8b\"><span style=\"font-weight: 400;\">Das Gebiet dort ist weitestgehend naturbelassen. Das Klima ist rau und unerbittlich. Haie tummeln sich in der Lagune. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-ce8f30b\" class=\"paragraph-ca4eb34\"><span style=\"font-weight: 400;\">Die Forschungsarbeiten f\u00fcr Crowley und Mata waren aufwendig und erm\u00fcdend, doch es gelang ihnen, einige Artefakte zu finden, die auf die <strong>Existenz eines Schiffswracks<\/strong> ganz in der N\u00e4he des Atolls hindeuteten.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c19482f\" class=\"paragraph-ca1e683\"><span style=\"font-weight: 400;\">Einige dieser Artefakte waren kleine Teile aus <\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><strong>Muntzmetall<\/strong>, einer speziellen Messingsorte, die im 19. Jahrhundert oft als Legierung f\u00fcr den Schiffsrumpf benutzt wurde. Dies passt zu den von Crowley gefunden Aufzeichnungen \u00fcber die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, die zeigen, dass das Schiff Anfang des Jahres 1853 eine derartige Legierung bekommen hat.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c43b2bb\" class=\"paragraph-c13a2fe\"><span style=\"font-weight: 400;\">Desweiteren haben Crowley und sein Partner eine <strong>mundgeblasene Flasche<\/strong> entdeckt, die wahrscheinlich vor den 1860ern hergestellt wurde, da danach die meisten Flaschen maschinell produziert wurden.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c45025b\" class=\"paragraph-c1e88d7\"><span style=\"font-weight: 400;\">Es gibt Aufzeichnungen einer US-Expedition in diese Gegend aus dem Jahr 1841, in denen kein Schiffswrack Erw\u00e4hnung findet. Das l\u00e4sst den Schluss zu, dass die Flasche wahrscheinlich zwischen den Jahren 1841 und 1860 an den Fundort gesp\u00fclt wurde.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-c9d2f2f\" class=\"paragraph-c7a0d3a\"><span style=\"font-weight: 400;\">All die kleinen Dinge, die Crowley gefunden hat, ergeben zusammen ein gr\u00f6\u00dferes Bild. Dass irgendwo bei <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Anuanuraro<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> ein Schiffswrack liegen muss, scheint also sicher zu sein. Ob es aber die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">ist, kann man erst mit Gewissheit sagen, wenn man das Wrack gefunden hat.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p id=\"paragraph-ca3ea78\" class=\"paragraph-c5821bb\"><span style=\"font-weight: 400;\">Um die K\u00fcste rund um das Atoll abzusuchen, fehlen Crowley die finanziellen Mittel \u2013 und so wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis das Geheimnis der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Madagascar<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> endg\u00fcltig gel\u00fcftet wird.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der McIvor Goldraub Die Jagd nach den Verbrechern und die Angst der Bev\u00f6lkerung Verhaftung und Exekution Was geschah mit dem verschollenen Schiff? Ein paar m\u00f6gliche Theorien zur Madagascar<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3724,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[23,25,26,27],"class_list":["post-1761","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-und-archaeologie","tag-australien","tag-raubueberfall","tag-verschollenes-schiff","tag-viktorianisches-zeitalter"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/unexplainable-world.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1761","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/unexplainable-world.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/unexplainable-world.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unexplainable-world.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unexplainable-world.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1761"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/unexplainable-world.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1761\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4729,"href":"https:\/\/unexplainable-world.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1761\/revisions\/4729"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unexplainable-world.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3724"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/unexplainable-world.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1761"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/unexplainable-world.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1761"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/unexplainable-world.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1761"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}